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Was im Leben wirklich zählt

Werte, die uns von unsern Eltern vermittelt wurden
Als Kinder haben wir ganz unkomplizierte Vorstellungen davon, was Werte sind. Ein Kind braucht seine Eltern und deren bedingungslose Zuwendung, damit es existieren kann.

Mutter mit BabyEs baut ganz selbstverständlich darauf, dass die Eltern ihm geben, was es braucht. Deshalb stehen Eltern für Schutz, Geborgenheit und Zuwendung ohne Einschränkung. Dafür ist die Liebe des Kindes zu den Eltern bedingungslos, und es orientiert sich in allem an ihnen. Aber sehr schnell erfährt es, dass Eltern bestimmte Erwartungen haben, die es erfüllen soll und damit schleicht sich die erste Angst ein, diese Liebe zu verlieren, wenn es diesen Erwartungen nicht entspricht. Es versucht alles, um dem gerecht zu werden und wenn etwas nicht schafft, sucht es bei sich die Schuld. Die Einstellung und die Forderungen der Eltern in Frage zu stellen, das kommt erst viel später in der Entwicklung, wenn die Prägung durch das Elternhaus schon lange im Unterbewusstsein verankert ist. Später dann kann der Erwachsene diese frühe Prägung nicht mehr von seinem eigenen Werten trennen und identifiziert sich damit. In den meisten Fällen dienen sie uns leider überhaupt nicht, sondern behindern unsere Persönlichkeitsentwicklung, wie zum Beispiel: „Sei still, du kannst doch nicht einfach sagen, was du denkst, das ist frech und vorlaut!“ oder: „Was denken denn die Leute, wenn du dich so verhältst, da können wir uns nicht mehr sehen lassen!“ oder „Aus dir wird ja nie was, du musst froh sein, wenn du überhaupt einen Job bekommst!“. Das hören wir nicht nur einmal – solche Sätze brennen sich durch die ständige Wiederholung tief in unsere Seele ein – und machen uns glauben, das sei richtig und wichtig. Und – wir verhalten uns diesen Programmen entsprechend, ohne es zu merken.

Was in unserer Gesellschaft am meisten zählt

BilligfleischIn der heutigen Zeit zeigt sich, was Gewicht hat, in allen Schichten der Gesellschaft: Rein materielle Werte stehen im Vordergrund. Ein einflussreicher Job, ein Titel, eine berufliche Karriere, viel Geld, Wohlstand in Form von Haus, Auto, einem luxuriösen Urlaub – all dies – so denkt man, scheint das am meisten erstrebenswerte im Leben zu sein. Dem werden ganze Fernsehserien wie „Der Bachelor“ oder „Die Geissens“ gewidmet und die Werbung, die Regenbogenpresse fördern diese schillernde Scheinwelt zusätzlich. Aber gleichzeitig wird dem Leser bzw. Zuschauer vermittelt, dass er - „der kleine Mann“ das sowieso nie erreichen kann, wenn er sich nicht abrackert, bis zum Umfallen arbeitet oder zufällig durch Glücksspiele wie Lotto/Toto an das große Geld kommt. Diese Einstellung kostet den Menschen ihre Gesundheit und macht sie schließlich hilf- und hoffnungslos. In den letzten Jahren stieg die Zahl derer, die diese oberflächlichen Werte in Frage stellen, weil sie merken, dass die Lebensqualität dabei auf der Strecke bleibt.

Ganz extrem zeigt sich das in der Werbung. Es geht nur noch um darum, möglichst billige Angebote auf den Markt zu werfen. Um ein paar Cent mehr oder weniger betreibt man einen riesigen Aufwand. Der Briefkasten quillt über von Sonderangebotsprospekten. Wenn das T- Shirt nach dem Waschen nur noch als Putzlappen zu verwenden ist macht nix, es war wenigstens billig. Weil es so günstig angeboten wird, kauft man sich gleich ein ganzes Set an Pfannen, auch wenn man nur eine braucht und die Beschichtung nach ein paar Mal benutzen abblättert.

Und dann die sich überbietenden Discounter: Die Qualität dieser superbilligen Lebensmittel ist zwar hundsmiserabel, das Schweinesteak stammt aus der Massentierhaltung und ist voll mit Schadstoffen, aber weil es das im Angebot gibt, kauft man gleich die doppelte Menge. Man kann das große Grausen kriegen, wenn man in die übervollen Einkaufswägen schaut, was für ein Müll da noch als Lebensmittel angeboten wird - aber Hauptsache billig – das ist das Schlagwort unserer Konsumgesellschaft.

Und – Sie haben sich doch hoffentlich gegen Grippe impfen lassen?? Das gehört doch zum Verantwortungsbewusstsein eines Gutbürgers, dass er sich vor Arbeitsausfall wegen Krankheit schützt. Die Grippeviren mutieren zwar sehr schnell, meist ist der aktuelle Virenstamm in der Impfung gar nicht berücksichtigt, aber das weiß die Normalbevölkerung hoffentlich nicht.

Was in unserer Gesellschaft zählt, ist das, was Wirtschaft, Politik und Banken uns vorgeben. Auch die unsinnigsten Gesetze wie die Arbeitsnachweise bei Minijobs müssen durchgeführt werden, egal wie sie sich beim Betroffenen auswirken. Dass die Politiker eigentlich die Diener der Bevölkerung sein sollten, hat sich längst in Karrieresucht und Eigeninteressen verwandelt.

Was wir selbst als wertvoll ansehen und woher diese Werte stammen

Und wir selbst – was zählt für uns ganz persönlich? Wir bewegen uns so viel öfters als es uns bewusst ist an den unsichtbaren Fäden eines Wertesystems, das wir – wie oben erwähnt – vom Elternhaus übernommen haben oder wir folgen gesellschaftlichen Vorgaben, die sich aus einer Kriegs- und Nachkriegszeit entwickelt haben, als der Aufbau Deutschlands vor den persönlichen Bedürfnissen stand. Und die Kirche mit ihrer zweitausend Jahre dauernden Vorherrschaft hat sich tief ins kollektive Unterbewusstsein eingebrannt, uns eingebläut, was wesentlich zu sein hat und was als Sünde verwerflich ist.

Haben wir unsere Werte schon mal überprüft, ob sie uns und unseren Familien dienen? Ist es wirklich von so essentieller Wichtigkeit, dass unser Kind die besten Zeugnisse nach Hause bringt? Hat es etwas mit Werten zu tun, wenn wir Herrn Professor X zu uns einladen, nur weil wir auf förderliche Beziehungen hoffen und uns in seinem Bekanntheitsgrad sonnen können? Erwarten wir von unserer Familie, dass sie die Nichtanwesenheit des Vaters still toleriert, denn die Karriere hat Priorität, das muss doch jedes Familienmitglied einsehen. Warum muss unser Sohn eine Banklehre machen, weil ein Kunststudium doch nur eine brotlose Kunst wäre. Wir machen uns meist gar keine Gedanken darüber, woher wir diese Werte übernommen haben und ob sie tatsächlich echte Werte sind.

Was echte Werte sind
Wie aber können wir die falschen von den echten Werten unterscheiden? Welche Kriterien brauchen wir, um das zu erkennen, was wirklich zählt?

Menschen helfen einer älteren DameAllgemein kann man sagen, dass all das echte Werte sind, die dem Einzelnen und auch der Gemeinschaft in ihrer Lebensqualität dienen – unabhängig von Kultur und Zeitgeist.

Diese könnte man als universelle Werte bezeichnen, die uns als Menschen ausmachen, und sie haben grundsätzlich alle mit Liebe zu tun. Auch wenn dieses Wort so abgedroschen und missverstanden ist, ist es doch das, was die Schöpfung ausmacht. Kein Wesen kann sich ohne Liebe gesund entwickeln, selbst die Pflanzen in unserem Garten brauchen unsere Zuwendung, um wachsen zu können.

Auch wenn wir uns den anderen liebevoll zuwenden, vergessen wir dabei, dass uns das wichtigste Fundament fehlt, um Liebe überhaupt vermitteln zu können – und das ist die Selbstliebe. Durch die Prägung des Christentums tendieren wir dazu Selbstliebe und Egoismus in einen Topf zu werfen. Aber Selbstliebe ist das krasse Gegenteil von Egoismus. Ein einfaches Beispiel aus meiner Praxis. Meine Patientin hat zwei Kinder im Teenageralter, Ehemann ist viel unterwegs, sie betreibt ein Homeoffice – Büroservice – und eigentlich ist das ein Vollzeitjob. Aber sie ist ja die ganze Zeit zu Hause. Vor ein paar Jahren wurde ein sehr bösartiger Krebs festgestellt, der gerade noch operiert werden konnte, bevor sich Metastasen bildeten. Aber auf ihr lasteten weiterhin der komplette Haushalt und die Gartenarbeit. Keiner - auch nicht sie selbst - kam auf die Idee, auch nur einen Teller vom Tisch in den Geschirrspüler zu stellen. Und vor kurzem rebellierte ihr Körper mit einer Lungenentzündung. Ist das Liebe, sich und die Gesundheit für die Familie zu opfern? Was haben ihre Kinder davon, wenn sie dann im Alter pflegebedürftig wird – wenn sie denn überhaupt alt wird. Ich habe ihr - zusammen mit einer neuen Sichtweise den Satz mitgegeben „Weil ich euch liebe, sorge ich für mich.“ Die Kinder müssen in dem Alter im Haushalt ihren Anteil beitragen und lernen dabei - statt bequem und ignorant - achtsam zu sein und haben später mal eine Mutter, die lebendig und gesund alt wird. Ist da in der Eigenliebe nicht auch ganz viel Liebe für die Familie, der später die Last einer pflegebedürftigen Mutter erspart bleibt?

Was sich aus der Eigenliebe ergibt, ist die Achtsamkeit. Denn ich mute einem Anderen nicht zu, was ich mir selbst nicht antun möchte. Aber ich dränge ihm auch meine Sichtweise nicht auf, weil ich ja auch nicht fremdbestimmt werden will.

Lachende MenschenGerade wir in Deutschland tendieren außerdem dazu, alles unendlich ernst und schwer zu nehmen. Wir sind so pflichtbewusst, dass alles ist mit viel Aufwand, Anstrengung und Ernsthaftigkeit verbunden wird und dabei vergessen wir die Leichtigkeit, den Humor, der uns selbst in den schwierigsten Situationen ein Lichtblick sein kann. Beobachten Sie sich – wie verbissen, wie finster gehen Sie durch Ihren Alltag? Versuchen Sie wenigstens einfach mal zu lächeln – einfach so. Ein Patient erzählte mir, wenn er besonders schlecht gelaunt sei, klemme er sich einen Bleistift zwischen die Zähne, solange bis das Lächeln echt werde. – Probieren Sie es mal!

Tja – und dann könnte man ja vielleicht Probleme als Herausforderungen bezeichnen, als Chancen an denen wir lernen können, die uns dazu bringen, besser zu werden. Jeder Sportler sucht Herausforderungen, um seine Kondition zu verbessern, aber wir stöhnen bei jeder kleinen Unbequemlichkeit. Wie wäre es, die Alltagsunannehmlichkeiten als geistiges Fitnesstraining zu betrachten, die unsere Flexibilität, Gelassenheit und Kreativität trainieren?

Und zu guter Letzt darf ein wichtiger Wert nicht zu kurz kommen – dass wir authentisch bleiben, uns und unseren Mitmenschen nicht etwas vorspielen, was wir nicht sind. Damit belügen wir nicht nur die Anderen sondern vor allem uns selbst. Wie das Beispiel meiner Patientin oben: Sie hat eigentlich der Familie vorgegaukelt, dass sie alles alleine schaffen kann – und natürlich auch sich belogen, bis der Aufschrei ihres Körpers ihr ihre Selbstlüge deutlich zeigte.

In der Kabbalah gibt es wahren Satz: Nur der Starke kann zu seinen Schwächen stehen. Wir alle sind Menschen und haben deshalb auch unsere Grenzen, genau das macht uns liebenswert. Wen nehmen Sie lieber in den Arm – das Baby oder den Muskelprotz?

Wir sollten nicht warten, bis das Schicksal zuschlägt und wir gezwungen werden, unsere Werte zu überdenken, es macht viel mehr Spaß, es aus dem Wunsch heraus zu tun, das Leben lebenswerter zu machen!

Nächstes Mal: Der Dämon im Hinterkopf

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